Freitag, 5. Juni 2015

Essentielle Alleskönner: Linoleum-Stempel



Dieses Mal soll es um ein künstlerisches Thema gehen, dass zunächst einmal augenscheinlich nichts mit Literatur und Lesen zu tun hat - in diesem Post zeige ich euch eine der vielfältigen Möglichkeiten, selbst Stempel herzustellen: Linoleum-Stempel.

Zunächst einmal braucht ihr diese Materialien:
▪ eine Linoleumplatte (diese gibt es in den verschiedenen Din-Größen)
▪ ein Linoleum-Schnitzmesser mit verschieden großen Messerchen
▪ eine Unterlage (bei mir eine Korkplatte)
▪ einen Cutter
▪ ein Stempelkissen der Farbe eurer Wahl bzw. Acrylfarbe
▪ Papier
▪ einen weißen oder andersfarbig hellen Buntstift (evtl. einen Radiergummi)
Einige von euch kennen den Linoldruck vielleicht noch aus dem Kunstunterricht in der Schule, ich gehe im Grunde bei den Stempeln genau so vor, nur wird das ganze keine komplette Druckplatte, sondern ein einzelnes Motiv.
Sobald ihr euch ein Stempelmotiv ausgedacht habt, zeichnet ihr es mit dem weißen Buntstift auf der Linoleumplatte vor. Allzu kleinteiliges wird dabei zunächst schwierig sein, deshalb empfehle ich, zu Beginn mit einem etwas simpleren Motiv zu beginnen.
Es erfordert einiges an Kraft, das Motiv mit dem Messerchen aus dem Linoleum zu schnitzen. Seid deshalb bitte besonders vorsichtig, man rutscht doch sehr rasch ab und diese Messer sind enorm scharf - glaubt mir, das ist nichts für jemanden, der dazu neigt, sich leicht zu verletzen (was mich nicht unbedingt ausschließt, es ist einfach enorme Vorsicht geboten).
Versucht, sofern möglich, platzsparend zu arbeiten, immerhin wird das Motiv, nachdem ihr es fertig geschnitzt habt, noch mit dem Cutter ausgeschnitten. Auch das erfordert wieder einiges an Kraft.

Hatte ich erwähnt, dass es hilfreich ist, einen Papierkorb zur Hand zu haben? Es fallen nämlich einige Linoleumspäne an, beim Schnitzen …
Sobald ihr euer Stempel-Motiv mit dem Cutter von der Platte gelöst habt, könnt ihr es schon als Stempel nutzen. Allerdings habe ich zuerst die Kanten noch etwas abgerundet und den Stempel etwas abgestaubt (Mini-Linoleum-Späne und -Staub).
Dann wird erst mal losgestempelt! Ihr könnt euer Motiv jederzeit noch verändern, achtet aber darauf, euer Motiv nicht zu zerstören, weil ihr unabsichtlich zu viel Linoleum wegzuschnitzen.
Es wäre natürlich möglich, eure Stempel noch auf kleine Holzblöcke zu kleben, ganz professionell wie die, die ihr im Bastelbedarf kaufen könnt. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt, doch sobald euer Linoleum-Stempel auf einem Hölzchen ist, könnt ihr nicht mehr so genau sehen, wo ihr euer Motiv beim Stempeln platziert - ein gravierender Nachteil meiner Meinung nach.
Was ihr alles mit euren neuen Stempeln machen könnt? Nahezu alles (und damit wären wir auch beim Schnittpunkt zur Literatur)! Lesezeichen, Ex-Libris-Angaben, Bilder, (Geschenk-)Anhänger, Geschenkpapier, einfach zum Verzieren, benutzt sie in euren Tage- und Skizzenbüchern oder in allen anderen Mixed-Media-Projekten! 
Ihr fragt euch vielleicht, weshalb gerade Linoleum - nun, es ist absolut die günstigste und zugleich vielfältigste Variante, die auch kleinteiligen Motiven keine Grenzen setzt. 
Hier seht ihr dann noch eine Auswahl der Stempel, die ich bisher so hergestellt habe:
Viel Freude beim Stempeln wünscht euch
eure Charlotte.

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