Sonntag, 28. Februar 2016

Geheimnisse der New Yorker Unterwelt: Maggie und die Stadt der Diebe

Maggie und die Stadt der Diebe 
von Patrick Hertweck 
2015 Thienemann Verlag 
ISBN 978-3-522-18403-8

1870. Maggie ist ein Waisenkind, sie ist auf dem Land in einem Waisenhaus aufgewachsen, umsorgt nur von den strengen Damen des Hauses. Obwohl sie das Leben im Waisenhaus nicht liebt, ist ihr sofort klar, dass etwas nicht stimmt, als ein Pärchen an der Tür klopft und sich als ihre verschollenen Eltern ausgibt. 
Das sind nie im Leben ihre Eltern! In New York angekommen, schafft es Maggie aus den Fängen der beiden Fremden zu entkommen – nur um im gerüschten Blümchenkleid mitten in den düsteren New Yorker Slums zu stehen. Ohne eine Idee, wo sie ist oder wohin sie rennt, macht sie sich in die Tiefen der Großstadt auf. Auf ihren Fersen folgen ihr aber nicht ihre vermeintlichen Eltern, sondern grobschlächtige Männer mit roten Halstüchern, die sie schließlich in die Enge treiben. Nur durch die Hilfe eines mysteriösen Fremden gelingt es ihr, diesen Schurken zu entkommen. Er schickt sie zu den 40 Little Thieves, einer Kinderbande unter der Leitung des kleinwüchsigen Zwerges Fagin, den alle Goblin nennen. Für letzteren ist ihr Auftauchen eine unschöne Überraschung. Doch Maggie hat ihn noch nie gesehen, woher kann ihm also ihr Gesicht bekannt vorkommen?

Donnerstag, 18. Februar 2016

Zerrissen und doch ganz: The Emerald Light in the Air

The Emerald Light in the Air (dt. Das Smaragdene Licht in der Luft
von Donald Antrim 
2014 Granta Books 
ISBN 978-1-84708-651-8

In sieben tragischen, skurrilen und komischen Geschichten werden uns Menschen vorgestellt, die mit ihrem Selbst hadern, aber nichts mehr als leben wollen. 
„The Emerald Light in the Air“ handelt von einem Kunstlehrer, der von seiner langjährigen Freundin verlassen wurde und sich nun in die Berge aufmacht, um ihre zurückgelassenen Landschaftsgemälde endgültig loszuwerden. 
Ein Ehemann kauft seiner Frau in „Another Manhatten“ einen grotesk teuren Blumenstrauß, während diese mit ihrem Liebhaber und dessen Frau, die zugleich auch die Ex-Geliebte des Blumenkäufers ist, in einem Restaurant auf ihn warten. 
Ein junger Mann versucht sich Tag für Tag an Lyrik, die er in einem Notizbuch namens „Pond. With Mud“ notiert. Er trifft den Vater des Sohnes seiner Freundin und gemeinsam mit dem Jungen betrinken sie sich schweigend in einer heruntergekommenen Bahnhofsbar.

Sonntag, 7. Februar 2016

Wenn etwas fehlt: Schwarz und Silber

Schwarz und Silber (orig. Il nero e l’argento) 
von Paolo Giordano 
2015 Rowohlt Verlag 
ISBN 978-3-498-02531-1

Signora A. ist der Kitt, der die Ehe des Erzählers mit Nora zusammenhält. Ihre Haushälterin, liebevoll auch Babette genannt (nach Tania Blixens Roman), ist etwas altmodisch in Sachen Ehe und idealisiert ihren vor Jahren verstorbenen Ehemann, dem sie noch immer nachtrauert. Wie ihren Mann Renato, so idealisiert sie auch ihre Arbeitgeber und deren kleinen Sohn Emanuele, für den sie viel mehr Großmutter denn eine Kinderfrau ist. 
Doch es kommt der Tag, an dem Babette sich weigert, weiter für das junge Paar zu arbeiten. Nach Jahren glücklichen, familiären Zusammenlebens hat Babette andere Probleme, denen sie sich zuwenden muss. Der Krebs, welchen sie glaubte besiegt zu haben, ist wieder zurück. Auf den Schock und das Leugnen der Signora A. folgt bei ihren Arbeitgebern das ernüchterte Erwachen: Was soll ohne Babette aus ihnen werden, einem Paar, das sich ohne sie nicht mehr sicher ist, was es füreinander empfindet?