Donnerstag, 30. Juni 2016

Einfach nur verschwinden: Alles so leicht

Alles so leicht (orig. Paperweight)
von Meg Haston
2015 Thienemann
ISBN 978-3-522-20215-2

Stevie wurde über Nacht von ihrem Vater in ein Therapiezentrum am anderen Ende der USA eingewiesen. Aber sie hat nicht vor, sich helfen zu lassen, ganz im Gegenteil: Mit aller Kraft versucht Stevie ihren Plan umzusetzen, trotz ihres unfreiwilligen Aufenthaltes in der abgeschieden liegenden Wüstenklinik. In 27 Tagen ist es soweit, der erste Jahrestag eines traumatischen Ereignisses kommt näher und Stevie hat nicht vor, ihn zu überleben.
Anna, ihrer Therapeutin, die sie lieber entmenschlicht SK (für Seelenklempnerin) nennt, möchte sie sich nicht anvertrauen. Sie kann nicht darüber sprechen, was zwischen ihr, ihrem Bruder Josh und Eden passiert ist.
Sie verweigert sich der Therapie, dem Essen, ihren quälenden Erinnerungen ebenso wie den freundschaftlichen Annäherungen ihrer fülligen Zimmergenossin Ashley. Denn Stevie hat nicht vor, schwach zu werden, zu essen oder gar weiterzuleben.

Sonntag, 26. Juni 2016

Am Wendepunkt: Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte
von Marie Malcovati
2016 Edition Nautilus
ISBN 978-3-89401-827-6

Der Polizist Marotti hat trotz einer starken Verbrennung darum gebeten, am Basler Hauptbahnhof wenigstens die Überwachungskameraaufzeichnungen im Auge zu behalten. Immerhin hatte die Kantonspolizei einen vagen Drohbrief erhalten. Nun soll er alle Personen, die sich in irgendeiner Weise auffällig verhalten, sofort seinen Vorgesetzten melden. Nach endlosem, unproduktivem Starren auf graues Monitorgeflimmer, fallen Marotti zwei seltsame Personen auf einer Bank auf: eine elegant gekleidete Frau und ein Mann im römischen Legionärskostüm. Die Frau, Lucy, starrt schon geraume Zeit auf das verblassende Alpenpanorama an der gegenüberliegenden Wand, als sich der verkaterte Simon neben ihr niederlässt. Marottis Neugier ist geweckt – sind die beiden Teil der Aktivistengruppe? Weshalb verharren sie inmitten der Bahnhofshektik stundenlang still auf einer Bank?

Donnerstag, 16. Juni 2016

Inmitten des Zerfalls: Wiedersehen in Paris

Wiedersehen in Paris (orig. Nous dînerons en français)
von Albena Dimitrova
2016 Verlag Klaus Wagenbach
ISBN 978-3-8031-3277-2

Guéo arbeitet für das Politbüro in Sofia, ist ein KGB Absolvent der ersten Stunde, schon als Waisenkind wurde er von den Kommunisten rekrutiert und war ein vielversprechender Fang, der es noch weit bringen sollte. Als er Alba in einem Regierungskrankenhaus kennenlernt, ist er bereits zum zweiten Mal verheiratet. Diverse Söhne hat er mit seinen beiden offiziellen Frauen und einigen seiner Geliebten. Alba hingegen ist erst siebzehn und hat ein gelähmtes Bein. Langsam nähern sich die beiden einander in der privilegierten Atmosphäre an, verbringen Abendessen gemeinsam und teilen ihre Liebe zur Literatur. Guéo versucht vergeblich, Alba mit seinem erstgeborenen Sohn Christo zusammenzubringen – eine zum Scheitern verurteilte Anstrengung, denn sowohl Alba als Guéo sind längst dabei, sich ineinander zu verlieren. Während er an einem grundlegenden Reformprogramm für die Partei arbeitet und der Kommunismus sein letztes Röcheln ausstößt, schotten die beiden allseits überwachten Liebenden sich immer stärker von der Realität ab.

Montag, 6. Juni 2016

Lesung Lukas Bärfuss


Bei den diesjährigen Heidelberger Literaturtagen (ein seit 1994 stattfindendes Literaturfestival, dieses Jahr vom 2. bis 5. Juni) war auch ein Autor dabei, den ich mir nicht entgehen lassen konnte: Lukas Bärfuss. 
 

Donnerstag, 2. Juni 2016

Vorschau-Freude Herbst 2016

 
Es ist schon wieder so weit: Der Sommer rückt immer näher und damit trudeln natürlich auch schon die Vorschauen der Verlage für diesen Herbst ein. Das ist einerseits ein Grund zur Vorfreude auf neue literarische Perlen, die es bald zu entdecken gilt.